Die Explorationsunternehmen ADX Energy und MCF Energy haben die Vorbereitungen zur Wiederaufnahme der Testarbeiten in der Bohrung Welchau-1 in Oberösterreich abgeschlossen.
Die Explorationsunternehmen ADX Energy und MCF Energy haben die Vorbereitungen zur Wiederaufnahme der Testarbeiten in der Bohrung Welchau-1 in Oberösterreich abgeschlossen und starten nun eine Säurebehandlung der Reifling-Formation. Das teilten die Unternehmen mit. Die Tests waren im Januar 2025 nach Einsprüchen von Umweltorganisationen gegen bestehende Genehmigungen ausgesetzt worden. Im September 2025 entschied das zuständige Oberösterreichische Landesverwaltungsgericht, dass die Bohr- und Testaktivitäten wieder aufgenommen werden dürfen.
Im Zentrum des aktuellen Programms steht die Reifling-Formation, das oberste von vier in Welchau-1 durchteuften Karbonatreservoiren. Es handelt sich um ein von natürlichen Rissen durchzogenes Kalkstein-Reservoir. Solche geklüfteten Strukturen können Kohlenwasserstoffe speichern und leiten, reagieren jedoch empfindlich auf Bohrschäden.
Mit einer Säurebehandlung sollen mögliche Verstopfungen im Bereich des Bohrlochs beseitigt und die Durchlässigkeit des Gesteins verbessert werden. Diese Methode wird in Kalkstein-Reservoiren seit Jahrzehnten eingesetzt. Ein anschließender Durchfluss-Test soll klären, ob bewegliche Kohlenwasserstoffe vorhanden sind, wie hoch der Kohlenwasserstoffgehalt ist und welche Fließeigenschaften die Formation aufweist. Entscheidend ist, ob Öl oder Gas unter natürlichen Druckverhältnissen in wirtschaftlich relevanten Mengen gefördert werden können.
Die Bohrung liegt in einer Antiklinale in den Nördlichen Kalkalpen. Etwa 500 Meter westlich und strukturell höher wurde eine mögliche Leichtöl-Ansammlung kartiert. Die aktuelle Testzone befindet sich nach Unternehmensangaben in der Nähe des interpretierten Öl-Wasser-Kontakts. Leichtöl ist vergleichsweise niedrigviskos und in der Regel einfacher zu fördern und zu verarbeiten als schwerere Qualitäten.
Nach Angaben von ADX zeigte Welchau-1 über eine Strecke von rund 450 Metern Kohlenwasserstoff-Anzeichen in mehreren Kalkstein-Reservoiren. Zudem seien kontinuierliche Spuren von Kohlenwasserstoffen sowie Leichtöl nachgewiesen worden. Druck- und Strukturdaten deuteten auf eine Verbindung zur tiefer gelegenen Gas-Kondensat-Entdeckung Molln-1 hin. Dies spreche für ein zusammenhängendes Erdölsystem mit zusätzlichem Gas-Kondensat-Potenzial. Gas-Kondensat bezeichnet Erdgas, das bei Druckabfall flüssige Bestandteile abscheidet, die vermarktet werden können.
Die Bohrung war niedergebracht worden, um das Gas- und Kondensatpotenzial geklüfteter Karbonatreservoire aus der mittleren Trias unterhalb des regional abdichtenden Lunz-Partnach-Komplexes zu erproben. Laut Unternehmen wurde ein Abschnitt eines komplexen, kohlenwasserstoffhaltigen Karbonatreservoirs mit kontinuierlichen Vorkommen durchteuft.
Für die weitere Entwicklung nennt das Management zwei Optionen: eine seitliche Ablenkung der bestehenden Bohrung in Richtung der vermuteten Leichtöl-Struktur oder eine Vertiefung zur Prüfung tieferer Gas-Kondensat-Ziele. Der Test der Reifling-Formation soll als Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen dienen. In den kommenden Wochen soll sich zeigen, ob die geologischen Hinweise in förderfähige Mengen überführt werden können.