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TECHNOLOGIE & TRANSFORMATION VON FOSSILEN UND GRÜNEN ENERGIETRÄGERN TECHNOLOGY & TRANSFORMATION OF FOSSIL AND GREEN ENERGIES
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Eröffneten die DGMK/ÖGEW Frühjahrstagung: Dr. Jürgen Rückheim und Dr. Gesa Netzeband. Quelle: Volker Stephan

Die Magie der Untertagetechniken

Die Schätze des Erdreichs für die Zukunft der Energielandschaft zu heben, ist nur mit Expertise und politischer Unterstützung möglich. Mit diesem Aufruf begann die DGMK/ÖGEW Frühjahrstagung in Münster.

Spagat im Erdreich: In den Tiefen unter uns lagern nach wie vor ausgiebige Mengen fossiler Rohstoffe, aber auch die Verheißungen einer kohlenstoffarmen Zukunft. Sich um Öl und Gas einerseits sowie Geothermie und CO2-Speicherung andererseits zu kümmern, diesen Spagat wagt auch die Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für nachhaltige Energieträger, Mobilität und Kohlenstoffkreisläufe (DGMK) seit einigen Jahren.

Das Nebeneinander von fossil und erneuerbar ist auch bei der Frühjahrstagung der DGMK und der Schwesterorganisation Österreichische Gesellschaft für Energiewissenschaften (ÖGEW), die am 6. und 7. Mai in Münster stattfindet, deutlich wahrnehmbar.

Dr. Jürgen Rückheim betonte dabei in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Wissenschaft, die sich um den Untergrund kümmert: "Wir bleiben durch unser einzigartiges Know-How in den Untergrund-Wissenschaften essenzielle Mitgestalter der Energiewende." Rückheim ist Vorsitzender des DGMK-Fachbereichs Geo-Energiesysteme und Untertagetechnologien, der die Tagung traditionell ausrichtet.

Tagung kehrt 2027 nach Papenburg zurück

Die Zusammenkunft in Westfalen nutzen Forschende und Praktiker, um sich zwei Tage lang über den Stand von Wissenschaft und Technik auszutauschen. Mehr als 500 Fachleute aus Wissenschaft und Industrie sind der Einladung des Fachbereichs in die Domstadt gefolgt. Die üblicherweise in Celle beheimatete Tagung war 2025 erstmals nach Papenburg umgezogen und kehrt 2027 nach dem Abstecher nach Münster auch wieder in die Werftenstadt zurück (28./29. April).

Rückheim wies auf die Neuausrichtung des Fachbereichs vor fünf Jahren hin. Zu den klassischen Forschungsfeldern der Gas- und Ölexploration gesellen sich seither die Kinder der Energiewende: Geothermie, Energiespeicher und das Abscheiden und Speichern von Kohlendioxid (CCS). Letztere stärker in den Fokus zu nehmen sei erfolgt, ohne das klassische "Upstream-Geschäft zu ignorieren".

Die Angebote der wissenschaftlichen Veranstaltungen, Workshops und Tagungen hätten sich wegen der neuen Forschungsfelder inhaltlich verändert. Ob dies auch im Sinne der DGMK-Mitglieder ist, lässt der Verein aktuell durch eine Umfrage ermitteln.

Koalitionsvertrag hat "Luft nach oben"

Für die DGMK sei wichtig, so Rückheim, dass es neben der von der Industrie auch öffentlich finanzierte Forschung gebe. Die Politik benötige die wissenschaftliche Expertise, um die Energielandschaft transformieren zu können. Eine wissenschaftliche Tagung könne daher nicht unpolitisch sein, selbst wenn die DGMK keinen Einfluss auf die Gesetzgebung habe, sondern nur "als gut informierter Beobachter" auftrete.

Der Koalitionsvertrag von Union und SPD habe "Luft nach oben", so Rückheim. Immerhin enthalte er Regelungen zur Erdgasförderung und auch zum künftigen Einsatz von CCS als "wesentlichem Instrument der Dekarbonisierung". Auch die weitere Entwicklung des Wasserstoffhochlaufs verfolge die Wissenschaft mit besonderem Interesse.

Unter der Erdoberfläche zu forschen heißt nicht, seine Arbeit unter der Decke zu halten. So ist die DGMK-Geschäftsführerin Dr. Gesa Netzeband zu verstehen, wenn sie für ihren Wissenschaftszweig "mehr Sichtbarkeit in der Gesellschaft" fordert. Die Schätze des Erdreichs zu heben erfolge durch harte wissenschaftliche Arbeit, die hoch entwickelte Technik hervorbringe. Das habe etwas Magisches und sei faszinierend.

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Artikel von Volker Stephan
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